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Was die Medien sagen!
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Eine beeindruckende Vorstellung, Hans-Rudolf Binz, Oltner Tagblatt / MLZ; 2009-03-31
Der Kammerchor Buchsgau führte am Wochenende die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach auf.
Vergangenes Wochenende hat der Kammerchor Buchsgau zusammen mit Solisten und dem cantus firmus consort eines der grössten Musikwerke des Abendlandes aufgeführt: Die Matthäuspassion BWV 244 von Johann Sebastian Bach (1685-1750).
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In der Matthäuspassion wird die Leidensgeschichte Jesu Christi nach dem Bericht des Evangelisten Matthäus erzählt. Die Handlung geht von den Vorbereitungen des Abendmahls bis zur Grablegung und wird in der Form eines barocken Musikdramas dargeboten. Käme noch die Szenerie einer Bühne dazu, so wäre es eine richtige Oper. Dieser letzte Schritt wäre nicht nur für die kirchlichen Autoritäten, sondern wohl auch für den in der lutherischen Theologie verwurzelten Komponisten undenkbar gewesen.
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Auf die heutige Zeit abgestimmt
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Auf die heutige Zeit abgestimmt
Die Aufführung des Kammerchors Buchsgau unter seinem Dirigenten Andreas Reize stand im Dienste der Darstellung von Dramatik. Allerdings nicht mit den seit dem 19. Jahrhundert üblichen Mitteln wie gewaltige Lautstärke, verhauchendem Pianissimo und andauernder Hochspannung. Vielmehr durch Annäherung an das originale Klangbild. Die in der Musik bereits angelegte innere Dramatik war durch Tempowahl, Artikulation und natürlich auch Dynamik sehr gut fühlbar. Im Hinblick auf heutige Gegebenheiten und heutiges Lebensgefühl waren unumgängliche Abweichungen zu verzeichnen: Die durchgängige Besetzung der hohen Stimmlagen mit Frauen und der Einsatz von berufsmässigen Solisten wäre zur Zeit Bachs in der Kirche undenkbar gewesen. Die Aufführung rückte dadurch noch etwas mehr in die Nähe zur Oper. Auch ist der Kammerchor Buchsgau wahrscheinlich etwa drei- oder viermal grösser als der Thomanerchor zur Zeit Bachs. Dass dies kein Nachteil ist, zeigte die präzise und dynamische Musizierweise des Chors, seine Intonationssicherheit, wenn sich auch das zahlenmässige Überwiegen der beiden oberen Stimmen nicht ganz verbergen liess. Insgesamt war der Klang sehr ausgewogen, auch im Verhältnis zum Orchester, das dank historischer Instrumente zwar kräftig, aber nicht dominierend wirkte und in seiner Stärke der Grösse der Kirche gut angemessen war.
Die dialogische Struktur der für zwei Chöre und zwei Orchester konzipierten Matthäuspassion verlangt von den Chören an mehreren Stellen kurze Einwürfe und Zwischenrufe nach oft langen Pausen, die enorme Anforderungen an die Sängerinnen und Sänger stellen. wenn sie präzis getroffen werden sollen: dem Kammerchor Buchsgau gelang dies wie selbstverständlich.
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Schnörkellose Schönheit
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Gesangssolistinnen und -solisten waren Marni Schwonberg, Sopran; Barbara Erni, Alt; Michael Feyfar, Tenor; Dominik Wörner und Thomas Moser, Bass. Alle fünf begeisterten durch den Wohlklang ihrer Stimmen, alle sangen sie in einer Art, welche diese Schönheit schnörkellos zur Geltung brachte. Am eindrücklichsten zeigten sich diese Qualitäten in dem Duett mit Chor «So ist mein Jesu nun gefangen», wo die hellere Stimme der Sopranistin mit der dunkleren der Altistin verschmolzen. Am meisten zu singen hatte der Tenor, der den ganzen Evangelienbericht rezitieren musste, und daneben auch noch in einigen Arien das Geschehen kommentierte. Unterstützt wurde er von den Continuo-Instrumenten. Die Worte Jesu, durch Streicherbegleitung vom übrigen Evangelientext abgehoben, wurden von Thomas Moser beeindruckend vorgetragen. Dominik Wörner, bald als Judas, bald als Petrus oder als Hohepriester, wechselte jeweils die Aufstellungsorte und wurde den Anforderungen gerecht.
Mit dieser Aufführung hat der Kammerchor Buchsgau einen neuen Höhepunkt in seiner langen Reihe hochkarätiger Aufführungen bekannter und weniger bekannter Chorwerke in der Kirche von Oberbuchsiten gesetzt.
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